Fast allen ist es bekannt, ein nach Branchen sortiertes Telefonverzeichnis, welches in Form eines größeren Buches zum schnellen Nachschlagen bei der Suche nach einer Firma bzw. einem Dienstleisters behilflich ist.

Genau hier setzt nun eine neue Betrugsmasche an. Von Täterseite wurden in jüngster Vergangenheit deutschlandweit Faxe an die unterschiedlichsten Firmen und Unternehmer versandt. In diesen Schreiben findet sich das Angebot, die Erreichbarkeit und Telefonnummer der jeweiligen Firma in ein Branchenbuch aufzunehmen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um das allseits bekannte Buch mit der bestimmten Farbe, sondern um eine Betrugsmasche. Die Betrüger bedienen sich eines ähnlich klingenden Namens für ihr Branchenbuch, das ganze noch versehen mit dem Namen der jeweils nächst größeren Stadt als Zusatz.

Eine 27-jährige Frau aus dem Landkreis Neu-Ulm erhielt ein solches Schreiben. Sie entschied sich, die von der Familie geführte Tankstelle mit seinen Erreichbarkeiten in diesem Branchenbuch aufnehmen zu lassen. Nachdem sie, ohne das Kleingedruckte gelesen zu haben, das unterschriebene Fax zurückgesandt hatte, musste sie einige Tage später überrascht feststellen, dass bei der Tankstelle eine Rechnung von knapp 600 Euro ins Haus geflattert kam. Die Frau kündigte umgehend den Vertrag und erstattete bei der Polizeiinspektion Memmingen Anzeige wegen Verdacht des Betrugs.

Wie ermittelt werden konnte, gehört die auf dem Werbefax angegebene Telefonnummer einer seriösen Firma aus Frankfurt, die mit dieser Masche nichts zu tun hat. Zwischenzeitlich ergab sich aufgrund der Ermittlungen der Polizeiinspektion Memmingen ein Tatverdacht gegen einen 22-jährigen Mann aus Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Ermittlungshandlungen sind hier erforderlich.

Die Polizei warnt in solchen Fällen eindringlich davor, auf derartige Faxschreiben zu antworten. Es empfiehlt sich, auch im Internet anhand der entsprechenden Firmenangaben zu schauen, ob hier evtl. eine Betrugsmasche vorliegen könnte. Im aktuellen Fall wird auf unterschiedlichen Verbraucherschutzseiten bereits vor derartigen „Spam-Faxen“ gewarnt.

Quelle: Bayerische Polizei


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