Inkassounternehmen im Visier der Staatsanwaltschaft

Bereits seit einigen Tagen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen “MMC Medialog Marketing Company” und “FS Zahlungsverwaltungsmanagement UG” wegen des Verdachts auf Betrug vor. Sie sollen in Zusammenhang mit Gewinnspieleintragungsdiensten zum Nachteil der Kunden betrogen haben.

Kunden, die an Firmen der Gewinnspiel-Abonnements wie Jackpot 77, Maxikombi 100, WinTeam 77, Bonusrunde 100 oder Superbonus49 geleistet haben, wird geraten einen Rechtsanwalt aufzusuchen.

Die betroffenen Inkassounternehmen (recherchiert von mahnportal):

Culpa Inkasso GmbH
Stuttgart
Zugelassenes Inkassounternehmen
(Amtsgericht Stuttgart, Az.: 3712-117)
Mitglied im Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU).

Focus Gesellschaft für Forderungsmanagement mbH
Ludwigshafen
Zugelassenes Inkassounternehmen
(Landgericht Mainz, Az.:75E-219/10)
Mitglied im Bundesverband Forderungsmanagement und Inkasso e.V. (BFI&F) in Fulda.

GMI – Gesellschaft für Mahn- und Inkassowesen mbH
Osnabrück
Zugelassenes Inkassounternehmen
(Amtsgericht Osnabrück, Az.: IX G 5)
Wird laut der Unternehmenswebseite mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung durch die EU gefördert.

Proinkasso GmbH
Neu Isenburg bzw. Hanau*
Zugelassenes Inkassounternehmen
(Oberlandesgericht Frankfurt, Az.: 3712/1 -I/3- 1995/08)
Wurde im Jahr 2005 aus dem Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) ausgeschlossen.
*Unternehmenssitz laut Handelsregister Neu Isenburg, laut Rechtsdienstleitungsregister Hanau
W&S Wirtschaftsservice GmbH
Schwerte
Zugelassenes Inkassounternehmen
(Oberlandesgericht Hamm, Az.: 3712-8.202).

 

Auch die Firma CL Inkasso AG (aus Lindau am Bodensee, Zugelassenes Inkassounternehmen, Amtsgericht Kempten, Az.: 371-KE- 12, Mitglied im (BDIU)) hatte einige Forderungen im Namen von Websolution gestellt. Nach eigenen Angaben haben sie dem Auftraggeber fristlos gekündig, da vermutet wurde, dass die übermittelten Daten entgegen der Vereinbarung nicht der Wahrheit entsprechen. Des Weiteren teilt CL Inkasso mit, dass sie als Zeuge eng mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten.

 

Die Firma Focus – Gesellschaft für Forderungsmanagement Zinsen, Auslagen und Inkassogebühren fällt derzeit noch anders auf. Sie stellen Rechnungen über 150€ an Verbraucher, die angeblich telefonisch einen Vertrag geschlossen haben sollen. Dabei sei die Auftragsbestätigung nie angekommen, obwohl sie angeblich versandt wurde. Verbraucher werden damit eingeschüchtert, dass es angeblich einen Telefonmitschnitt gäbe und auch ein Kontrollanruf stattgefunden habe.

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal ermittelt nun gegen das Unternehmen wegen des Verdachts auf Betrug.
Focus- Inkasso von verbraucherinfoTV

Quellen und weiterführende Informationen: mahnportal und konsumer

Betrügerische Inkassoforderungen von Epsilon GmbH

“Wir sind beauftragt, die offene Forderung der Fa. Automobilservice Deutschland GmbH gegen Sie durchzusetzen.” So steht es in der Post, die die “Epsilon GmbH Forderungsmanagement” derzeit verschickt. Kassieren will die Gesellschaft aus Hannover 116,45 Euro für die angebliche Teilnahme an einem Bonusprogramm des Automobilservice.

Den Anschein der Korrektheit versucht Epsilon mit der Angabe eines Aktenzeichens zu erwecken. Dagegen fehlen Angaben, die das Gesetz vorschreibt: zum Beispiel das Registergericht des Sitzes der Gesellschaft und die Nummer des Handelsregistereintrags. Gespart hat sich Epsilon außerdem die ansonsten übliche Angabe von Sitz und Adresse der Automobilservice GmbH als Forderungsinhaber sowie zur Fälligkeit der angeblichen Forderung.

Die Unseriosität unterstreicht, dass sich beide Gesellschaften nicht in einschlägigen Unternehmensverzeichnissen deutscher Behörden finden. Und wer die im Schreiben für Rückfragen angegebene Telefonnummer wählt, der hört: “Kein Anschluss unter dieser Nummer” erhält.

Quelle: Verbraucherzentrale Bayern

Nach Funkstille Post vom Inkassobüro

Im August vergangenen Jahres flatterte Peter S.* aus Torgau eine Zahlungserinnerung der Firma Webtains Web Entertainment aus Eisenach ins Haus. Für einen zwölfmonatigen Zugang zu einem Routenplaner-Service sollte der 41-Jährige plötzlich 96 Euro an die GmbH überweisen.

Routenplaner? Vertragsabschluss? Zahlungserinnerung? Letzteres hieße, dass der Torgauer bereits eine Rechnung beziehungsweise Zahlungsaufforderung bekommen haben müsste. Hatte er aber nicht.

Der Torgauer forschte schließlich selbst nach, gab den Begriff Webtains in eine Internetsuchmaschine ein und erhielt Hunderte Einträge. Darunter auch mehrere verschiedener Verbraucherschutzzentralen. Allesamt warnten eindringlich davor, Seiten der Firma Webtains zu besuchen, sei das Unternehmen doch als eine der größten Abzockerfirmen im Internet bekannt. Doch plötzlich zu Beginn des neuen Jahres bekam der Torgauer Post von einem Inkassobüro, das die Forderungen der Firma Webtains eintreiben wolle.

Quelle und vollständiger Bericht: Torgauer Zeitung

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